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CPM-Terminplanung im Bau: Wenn der Kritische Pfad wandert

Drei Fachkräfte besprechen Baupläne in einem unfertigen Gewerberaum.

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Bauzeitenplan im Griff: Terminsteuerung, die auf der Baustelle standhält

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Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel:

  • Der kritische Pfad bleibt nur bis zur nächsten Terminplanaktualisierung steuernd.
  • Gesamtpuffer bleibt wochenlang unberührt, bevor eine einzelne Störung ihn vollständig aufzehrt.
  • Ein rechnerisch fehlerfreies Vorgangsnetz kann trotzdem Kolonnen, Geräte, Materialien oder Arbeitsflächen voraussetzen, die auf der Baustelle fehlen.
  • Ein sinkender Gesamtpuffer macht steigendes Terminrisiko sichtbar, bevor der Fertigstellungstermin die Folgen bestätigt.
  • Reale Störungen zeigen, wie belastbar die Logik, Fortschrittsdaten und Aufholmaßnahmen eines CPM-Terminplans sind.

Jeder Bauzeitenplan enthält eine Abfolge von Vorgängen, die letztlich den Fertigstellungstermin bestimmt.

Ende der 1950er-Jahre suchten Ingenieure des Chemieunternehmens DuPont nach einer besseren Möglichkeit, diese Abfolge zu erkennen. Ihr Ziel war es, komplexe Instandhaltungsstillstände im Werk Louisville zu verkürzen. Bis März 1959 hatte DuPont dort die durchschnittliche Stillstandszeit von 125 auf 93 Stunden gesenkt.

Die dafür entwickelte Methode identifizierte die Abfolge von Vorgängen, die den frühestmöglichen Fertigstellungstermin bestimmt. Sie wurde als Critical Path Method (CPM) bekannt, und ihre Logik liegt Bauzeitenplänen bis heute zugrunde.

Die erste Verzögerung stellt einen CPM-Terminplan auf die Probe. Puffer wird aufgebraucht, eine andere Vorgangsfolge nähert sich dem kritischen Zustand, und der Pfad, der die Projektfertigstellung steuert, kann sich verschieben. Dieser Leitfaden verfolgt einen Bauzeitenplan durch eine zweitägige Verzögerung eines Gewerks bis zu dem Moment, in dem der kritische Pfad wandert.

Was ist CPM-Terminplanung im Bau?

CPM-Terminplanung im Bau ist eine netzplanbasierte Methode, die Vorgangsdauern und Anordnungsbeziehungen nutzt, um früheste und späteste Start- und Endtermine sowie den Gesamtpuffer zu berechnen und daraus den kritischen Pfad zu bestimmen. Der kritische Pfad ist die Vorgangsfolge, die den frühestmöglichen Fertigstellungstermin steuert. CPM bleibt während der Ausführung nützlich, wenn Ist-Fortschritt und Restdauern aktualisiert werden und dadurch sichtbar wird, wann die Kontrolle über die Fertigstellung auf einen anderen Pfad übergeht.

5 Faktoren, die den kritischen Pfad bestimmen

Jeder kritische Pfad ergibt sich aus den Informationen, die vor der Berechnung in den Terminplan einfließen. CPM benötigt fünf Arten von Projektinformationen, um die Ablauflogik eines Bauprojekts in Termine, Puffer und die steuernde Vorgangsfolge zu übersetzen.

CPM-Diagramm: fünf Terminplanfaktoren ergeben durch Berechnung fünf Terminwerte (FAZ, FEZ, SAZ, SEZ, Gesamtpuffer)
Fünf Terminplanfaktoren führen zu fünf berechneten Terminwerten. Die Ressourcenmachbarkeit wird separat geprüft.
  1. Definierte Vorgänge. Der Projektstrukturplan gliedert den Leistungsumfang in eindeutig abgegrenzte Vorgänge mit klarem Start und Ende.
  2. Belastbare Vorgangsdauern. Die angesetzten Dauern sollten Mengen, die Produktivität der eingesetzten Kolonnen, Arbeitsbedingungen und verlässliche Erfahrungswerte aus vergleichbaren Projekten berücksichtigen.
  3. Anordnungsbeziehungen. Sie verknüpfen abhängige Vorgänge und legen fest, welche Vorgänge abgeschlossen oder begonnen sein müssen und wo zeitliche Überlappungen möglich sind, damit nachfolgende Arbeiten beginnen können.
  4. Arbeitskalender. Schichtmodelle, Arbeitstage, Feiertage und eingeschränkte Arbeitszeiten bestimmen, wann ein Vorgang ausgeführt werden kann.
  5. Termine und begründete Restriktionen. Projektstart oder Datenstichtag, Zugangstermine, Freigaben, Liefertermine, Meilensteine und vertragliche Vorgaben setzen den zeitlichen Rahmen der Berechnung.

Wie CPM aus den Terminwerten den kritischen Pfad ableitet

Aus diesen Eingaben berechnet CPM fünf Terminwerte je Vorgang:

  • Frühester Anfangszeitpunkt (FAZ)
  • Frühester Endzeitpunkt (FEZ)
  • Spätester Anfangszeitpunkt (SAZ)
  • Spätester Endzeitpunkt (SEZ)
  • Gesamtpuffer

Im folgenden Beispiel wird der Netzplan ohne zusätzliche Terminrestriktionen berechnet. Der Projektendtermin entspricht deshalb dem frühesten Endzeitpunkt des letzten Vorgangs. Der kritische Pfad ergibt sich aus der zusammenhängenden Vorgangsfolge mit einem Gesamtpuffer von null. Projektendtermin und kritischer Pfad lassen sich aus denselben berechneten Terminwerten ableiten.

Diese Werte müssen sich anschließend unter realen Baustellenbedingungen bewähren. Die Ressourcenzuordnung zeigt, ob verfügbare Kolonnen, Geräte, Materialien und Arbeitsflächen die berechnete Abfolge tatsächlich ermöglichen. Ein Ressourcenausgleich kann Vorgänge verschieben und den steuernden Pfad verändern.

Wie CPM den kritischen Pfad berechnet: Ein Beispiel aus der Baupraxis

CPM macht Terminlogik berechenbar, sobald sich Abhängigkeiten nicht mehr zuverlässig auf einen Blick beurteilen lassen. Genau dafür setzen Projektleiter die Methode ein. Ein Vorgangsnetz mit 13 Vorgängen, drei parallel laufenden Gewerken und einer vierstufigen Fertigstellungskette zeigt, welchen Nutzen CPM in der Praxis hat.

Jetzt kommen die fünf Terminplanfaktoren aus dem vorigen Kapitel zur Anwendung. Jeder Vorgang hat einen klar definierten Leistungsumfang und eine festgelegte Dauer. Ende-Anfang-Beziehungen verknüpfen das Vorgangsnetz, für alle Vorgänge gilt derselbe Fünf-Tage-Arbeitskalender, und Tag 0 bildet den zeitlichen Ausgangspunkt. Zusätzliche Zeitabstände oder vorgegebene Terminrestriktionen werden nicht angesetzt.

Nach der CPM-Berechnung liegen für jeden Vorgang dieselben fünf Terminwerte vor. Sie zeigen, wann das betrachtete Geschoss fertiggestellt wird und welche miteinander verbundenen Vorgänge keinen zeitlichen Spielraum haben. Jeder Wert ergibt sich direkt aus der Vorgangslogik, den Dauern und dem gemeinsamen Arbeitskalender.

Vorgangsnetz: 13 Vorgänge in 6 Phasen

Bevor CPM den kritischen Pfad berechnen kann, muss der Terminplan die Vorgänge nach Abfolge und Dauer ordnen. Dieses Geschoss umfasst dreizehn einzelne Vorgänge, hier zur besseren Übersicht in sechs zusammenhängende Phasen gegliedert:

  1. Montage des Trennwandständerwerks, 4 Tage
  2. Parallele Rohinstallation: Elektro (5 Tage), Lüftung/HLK (6 Tage), Sanitär (4 Tage)
  3. Abnahme der Rohinstallation und Freigabe zum Verschließen, 1 Tag
  4. Trockenbaupfad: Schließen der Trockenbauwände (5 Tage), Malerarbeiten (4 Tage), Bodenbelag (3 Tage)
  5. Deckenpfad: Deckenraster (3 Tage), Anschlüsse über der Decke (5 Tage), Deckenabnahme (1 Tag), Deckenplatten (2 Tage)
  6. Endprüfung und Übergabevorbereitung, 3 Tage

Die Abhängigkeiten verbinden die sechs Phasen zu einem Vorgangsnetz. Alle drei Gewerke der Rohinstallation müssen abgeschlossen sein, bevor die Abnahme der Rohinstallation und Freigabe zum Verschließen beginnen können. Trockenbau- und Deckenpfad laufen anschließend getrennt weiter. Die Endprüfung beginnt erst, wenn beide Pfade abgeschlossen sind.

Vorwärts- und Rückwärtsrechnung: Die Terminwerte jedes Vorgangs

Die Vorwärtsrechnung ermittelt für jeden Vorgang den frühesten Anfangszeitpunkt und den frühesten Endzeitpunkt, ausgehend von Tag 0 durch das gesamte Netz. An einem Konvergenzpunkt wartet der nächste Vorgang auf den spätesten der vorangehenden Vorgänge. Der Vorgang Abnahme der Rohinstallation und Freigabe zum Verschließen wartet deshalb auf die Lüftung/HLK und beginnt an Tag 10. Die Endprüfung wartet auf den Trockenbaupfad und beginnt an Tag 23, obwohl der Deckenpfad bereits an Tag 22 endet.

Die Rückwärtsrechnung beginnt am Übergabetermin Tag 26 und arbeitet sich zum Projektstart zurück. Sie bestimmt, wie spät jeder Vorgang beginnen und enden kann, ohne den Projektendtermin zu verschieben. Zusammen ergeben die beiden Rechnungen die fünf Terminwerte je Vorgang, die unten dargestellt sind.

CPM-Vorgangsnetz mit 13 Vorgängen: Dauern, Terminwerte und Gesamtpuffer zeigen, welche Vorgänge keinen Spielraum für Verschiebungen haben.
Das Basisnetz zeigt, wo der Terminplan vor der Störung noch Spielraum hat. Vorgänge mit Nullpuffer bestimmen den Übergabetermin. Der Deckenpfad verfügt über nur einen Tag Puffer.

Alle Werte sind in Arbeitstagen angegeben. Tag 0 markiert den Beginn der Trennwand-Montage.

Gesamtpuffer: Wo der Terminplan Spielraum hat

Der Gesamtpuffer beschreibt den zeitlichen Abstand zwischen dem frühesten und dem spätesten Anfangszeitpunkt eines Vorgangs. Er zeigt, bei welchen der dreizehn Vorgänge Spielraum für Verschiebungen besteht und bei welchen nicht, sortiert in drei Stufen:

  1. 0 Tage Gesamtpuffer: Trennwand-Montage, HLK-Rohinstallation, Rohinstallations-Abnahme und Verschluss-Freigabe, Trockenbau-Verschluss, Malerarbeiten, Bodenbelag, Endprüfung und Übergabevorbereitung
  2. 1 Tag Gesamtpuffer: Elektro-Rohinstallation sowie alle Vorgänge im Deckenpfad (Phase 5)
  3. 2 Tage Gesamtpuffer: Sanitär-Rohinstallation

Kritischer Pfad: Welche Abfolge die Übergabe steuert

Die Vorgänge mit Nullpuffer bilden den kritischen Pfad: Trennwand-Montage, HLK-Rohinstallation, Rohinstallations-Abnahme und Verschluss-Freigabe, Trockenbau-Verschluss, Malerarbeiten, Bodenbelag sowie Endprüfung und Übergabevorbereitung. Diese Abfolge bestimmt die Projektdauer des Geschosses von 26 Arbeitstagen. Keiner dieser Vorgänge hat noch Spielraum für Verschiebungen. Verzögert sich auch nur einer von ihnen, verschiebt sich die Übergabe, sofern die verlorene Zeit nicht an anderer Stelle aufgeholt wird.

Das Terminrisiko konzentriert sich damit auf die Vorgänge des kritischen Pfads. Der Deckenpfad bleibt nahezu kritisch. Sein Gesamtpuffer von einem Tag entspricht genau dem Spielraum, den die folgende zweitägige Verzögerung eines Gewerks aufbrauchen wird. Ob die erforderlichen Kolonnen und Materialien für die Ausführung beider Pfade verfügbar sind, ist damit noch nicht geprüft.

Der nächste Abschnitt verfolgt diese Verzögerung durch das aktualisierte Vorgangsnetz und zeigt, wann die Kontrolle über die Übergabe auf einen anderen Pfad übergeht.

Netzplandiagramm: 13 Vorgänge verzweigen sich in Rohinstallation, Trockenbau- und Deckenpfad und laufen wieder zusammen.
Zwei Fertigstellungspfade konkurrieren um die Kontrolle über den Terminplan. Farbe markiert jede Phase. Ein stärkerer Rahmen kennzeichnet den derzeit steuernden Pfad.

Wie Verzögerungen Puffer aufzehren und den kritischen Pfad verschieben

Tag 12 beginnt, der Übergabetermin an Tag 26 steht noch. Trennwand-Montage, alle drei Gewerke der Rohinstallation sowie Rohinstallations-Abnahme und Verschluss-Freigabe sind abgeschlossen. Trockenbau-Verschluss und Deckenraster-Montage laufen bereits. Dann zieht eine Ressourcenrestriktion die Kolonne für das Deckenraster zwei Arbeitstage lang vom Geschoss ab.

Tag 12: Der Ist-Fortschritt verändert die Prognose

An jedem Stichtag ersetzen Projektleiter Planannahmen durch den Ist-Fortschritt und aktualisierte Restdauern. Das Deckenraster war von Tag 11 bis Tag 14 terminiert. Bis Tag 12 ist ein Arbeitstag abgeschlossen, zwei Arbeitstage verbleiben.

Die Unterbrechung verändert die Prognose. Anordnungsbeziehungen, Arbeitskalender und nachgelagerte Vorgangsdauern bleiben unverändert. Nur das Deckenraster hat neue Informationen. Dennoch wird das gesamte Vorgangsnetz mit den aktualisierten Daten neu berechnet, wodurch sich das Ende des Deckenrasters von Tag 14 auf Tag 16 verschiebt.

Ein Tag Gesamtpuffer, zwei Tage Verzögerung

Vor der Aktualisierung endete der Deckenpfad an Tag 22 und verfügte über einen Tag Gesamtpuffer. Der Trockenbaupfad endete an Tag 23. Damit konnten Endprüfung und Übergabevorbereitung von Tag 23 bis Tag 26 laufen.

Das aktualisierte Ende des Deckenrasters verschiebt sämtliche nachgelagerten Vorgänge auf diesem Pfad:

  • Anschlüsse über der Decke: Tag 14–19 wird zu Tag 16–21
  • Deckenabnahme: Tag 19–20 wird zu Tag 21–22
  • Deckenplatten: Tag 20–22 wird zu Tag 22–24
  • Endprüfung und Übergabevorbereitung: Tag 23–26 wird zu Tag 24–27

Der erste verlorene Tag zehrt den vorhandenen Gesamtpuffer des Deckenpfads vollständig auf. Der zweite Verzögerungstag geht einen Tag über den Spielraum hinaus, den der Terminplan noch auffangen kann. Dadurch verschiebt sich die Übergabe von Tag 26 auf Tag 27.

Tag 27: Der Deckenpfad übernimmt die Kontrolle

Nach der Neuberechnung verläuft die zusammenhängende Nullpuffer-Abfolge durch Trennwand-Montage, HLK-Rohinstallation, Rohinstallations-Abnahme und Verschluss-Freigabe, Deckenraster, Anschlüsse über der Decke, Deckenabnahme, Deckenplatten sowie Endprüfung und Übergabevorbereitung.

Damit zeigt sich, was „nahezu kritisch“ im ursprünglichen Terminplan bedeutete. Der Deckenpfad lag knapp außerhalb der steuernden Abfolge. Sein Spielraum war so gering, dass eine einzige Störung verändern konnte, welcher Fertigstellungspfad die Übergabe steuert. Die Endprüfung kann jetzt erst beginnen, wenn der Deckenpfad an Tag 24 abgeschlossen ist. Der Trockenbaupfad endet bereits an Tag 23. Der zuvor kritische Trockenbaupfad verfügt nun über einen Tag Gesamtpuffer.

Eine zweitägige Deckenpfad-Verzögerung verschiebt den kritischen Pfad und die Übergabe von Tag 26 auf Tag 27.
Die Übergabe verschiebt sich nur um einen Tag, weil der erste Störungstag durch den vorhandenen Gesamtpuffer aufgefangen wird. Der zweite Tag zehrt diesen Spielraum vollständig auf und übergibt die Kontrolle an den Deckenpfad. Ein stärkerer Rahmen kennzeichnet den jeweils steuernden Pfad in jedem Feld.
Jeder Vorgang in einem CPM-Terminplan kann bei ausreichend langer Verzögerung schließlich kritisch werden, unabhängig von seinem ursprünglichen Status.

AACE International, Recommended Practice 49R-06

Den neuen kritischen Pfad sichern: Aufholmaßnahmen gezielt prüfen

Die Neuberechnung des Bauzeitenplans zeigt dem Projektmanagement, wo gezielte Eingriffe entlang des neuen kritischen Pfads den Übergabetermin noch schützen können. Zunächst prüfen die Verantwortlichen den gemeldeten Ist-Fortschritt, klären, wann die Kolonne für das Deckenraster zurückkehren kann, und rechnen mögliche Aufholmaßnahmen im aktualisierten Vorgangsnetz durch.

Darauf aufbauend prüfen sie, ob:

  • eine andere qualifizierte Kolonne die Deckenraster-Produktion wiederherstellen kann
  • bereits fertiggestellte Deckenbereiche eine frühere Freigabe der Anschlüsse über der Decke ermöglichen
  • zusätzliche Kapazitäten einen nachgelagerten Vorgang verkürzen können
  • das Projektteam die Vorgangsabfolge anpassen kann, ohne Sicherheit und Baubarkeit zu gefährden

Jede Option muss separat durchgerechnet werden, bevor Kolonnen oder Geräte gebunden werden. Eine Aufholmaßnahme, die einen Vorgang verkürzt, kann andere Ressourcenrestriktionen sichtbar machen oder dazu führen, dass ein anderer Pfad die Übergabe steuert.

Projektleiter planen die Aufholmaßnahmen auf Grundlage des aktualisierten Terminplans, kommunizieren die Prognose für Tag 27 und gleichen den Fortschritt am nächsten Stichtag mit dem aktualisierten Pfad ab. Dieselbe Aktualisierung fließt in den übergeordneten Prozess des Risikomanagements im Bauwesen ein und hält mögliche Verzögerungen sowie das verbleibende Terminrisiko sichtbar.

Wird die Störung später strittig, wird die zum damaligen Zeitpunkt erstellte Terminplanaktualisierung zu einem zentralen Projektnachweis für die forensische Terminplananalyse. AACE RP 29R-03 behandelt diese Analyse als eigenständige Anwendung der CPM-Prinzipien, getrennt von der gewöhnlichen Projektplanung und -steuerung.

Welche Rolle CPM in der Terminsteuerung im Bau spielt

Die Aktualisierung an Tag 12 zeigt, welche Rolle CPM im übergeordneten System der Terminplanung im Bau spielt. Auf Ebene des Masterterminplans bildet CPM die langfristige Ablauflogik des Bauprojekts ab und zeigt, dass jetzt der Deckenpfad die Übergabe steuert. In der rollierenden Vorschauplanung und der Wochenplanung sollten Teams einen solchen Konflikt bei der Kolonnenverfügbarkeit früher erkennen, die Startbereitschaft prüfen und anstehende Arbeiten koordinieren. Terminsteuerung im Bau hält Masterterminplan, rollierende Vorschauplanung und Wochenplanung miteinander verbunden.

Neben diesen Terminplanebenen übernimmt jede Methode eine eigene Rolle in der Projektplanung:

  • CPM hält die steuernde Abfolge im Bauzeitenplan sichtbar.
  • Program Evaluation and Review Technique (PERT) nutzt Netzplanlogik, wenn Vorgangsdauern unsicher bleiben.
  • Taktplanung koordiniert den standortbasierten Gewerkefluss.
  • Last Planner System® überführt kurzfristig anstehende Arbeiten in verlässliche Zusagen.

Diese Methoden legen die Planungslogik fest. Terminplanungssoftware bestimmt, wie diese Logik berechnet, aktualisiert und in die Ausführung überführt wird.

Software für die CPM-Terminplanung: Masterterminplan und Baufortschritt verbinden

Die meisten großen CPM-Netze werden mit spezialisierter Bauzeitenplan-Software wie Primavera P6, MS Project oder Asta Powerproject berechnet. Diese Werkzeuge führen dieselben Vorwärts- und Rückwärtsrechnungen durch wie das Beispiel mit 13 Vorgängen, allerdings über Hunderte oder Tausende von Vorgängen eines vollständigen Bauprojekts.

Von der CPM-Berechnung zu nutzbaren Terminplandaten

Eine korrekte Berechnung garantiert noch nicht, dass Projektbeteiligte die Ergebnisse interpretieren oder danach handeln können. Der Terminplanungsexperte Ronald J. Rider hat diese Grenze klar benannt:

Der Nutzer ist dem CPM-Terminplanungsprogramm ausgeliefert, was die Darstellung der Terminplandaten angeht.

Sein weiterführender Punkt: Der Terminplananalyst muss Daten zu kritischen und nahezu kritischen Pfaden so aufbereiten, dass Projektbeteiligte sie verstehen und für ihre Entscheidungen nutzen können.

Masterterminplan und Baufortschritt verbunden halten

Dieselbe Herausforderung zeigt sich zwischen Büro und Baustelle. Ein fachlich korrekter CPM-Bauzeitenplan verliert an operativem Wert, wenn der Baufortschritt zu spät einfließt oder sich die Kurzfristplanung von der Logik des Masterterminplans löst. Bei einem Lcmd-Rechenzentrumsprojekt in Abu Dhabi aktualisierten Teams Lcmd fortlaufend, während sie den P6-Terminplan wöchentlich für das Kundenreporting anpassten, zwei Werkzeuge mit unterschiedlichem Rhythmus innerhalb desselben Steuerungsprozesses.

Lcmd synchronisiert Daten mit P6, MS Project und Asta. Das reduziert doppelte Dateneingaben und hält die Planungsumgebungen aufeinander abgestimmt. Fortschritt, Konflikte und Verzögerungen bleiben in Lcmd aktuell, während der formale Masterterminplan dem vereinbarten Aktualisierungsrhythmus des Projekts folgt.

Für das CPM-Bauprojektmanagement hält diese Verbindung die Netzplanlogik nah an der Ausführung. CPM-Terminplanungssoftware bewahrt die Abhängigkeiten und den Puffer, der die Fertigstellung steuert. Baustellennahe Projektmanagementsoftware hilft Teams, anstehende Arbeit zu koordinieren, verifizierten Fortschritt zu erfassen und die nächste Terminplanaktualisierung vorzubereiten. Die Bauplanungsfunktionen von Lcmd verbinden diese Ebenen und berücksichtigen dabei den jeweiligen Aktualisierungsrhythmus der eingesetzten Werkzeuge.

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CPM-Terminplanung im Bau: 6 Fehler und wie Sie den Terminplan belastbar halten

Die Zuverlässigkeit von CPM hängt von der Qualität der Eingaben und Aktualisierungen im Terminplan ab. Diese sechs Fehler zeigen, wo Bauleitungsteams die Kontrolle verlieren und wie sie diese zurückgewinnen.

  1. Unklar definierte Vorgänge. Ein unscharfer Leistungsumfang und unklare Abschlusspunkte erschweren die Fortschrittsmessung. Ein prüfbarer Vorgang hat eine eindeutig definierte Übergabe und einen klaren Abschluss.
  2. Optimistische oder veraltete Restdauern. Überholte Annahmen verzerren den Terminplan. Ein verlässlicher Bauzeitenplan bildet den tatsächlichen Fortschritt und die verbleibende Arbeit ab. Beides wird an jedem Datenstichtag mit aktuellen Informationen von der Baustelle fortgeschrieben.
  3. Geänderte Logik zur Verschleierung von Verzögerungen. Nachträglich umgeschriebene Anordnungsbeziehungen schwächen die zeitnah geführte Terminplandokumentation. Die Terminplanhistorie bleibt intakt, wenn Logikänderungen auf tatsächliche Veränderungen der Baustellenbedingungen oder der Ausführungsplanung zurückgehen.
  4. Pauschale Arbeitskalender. Standardarbeitswochen bilden Schichtmodelle, Zugangsbeschränkungen, Betriebsschließungen und die Verfügbarkeit der Gewerke häufig nur unvollständig ab. Ein Arbeitskalender, der widerspiegelt, wie jeder Vorgang tatsächlich ausgeführt werden kann, vermeidet diese Lücke.
  5. Zu viele harte Terminrestriktionen. Unbegründete Vorgaben verzerren den Puffer und können die steuernde Abfolge verdecken. Jede harte Terminrestriktion, die nach der Prüfung bestehen bleibt, verfügt über eine dokumentierte Begründung. Nur diese Restriktionen bleiben im Vorgangsnetz.
  6. Unsichtbarer Ressourcenausgleich. Die begrenzte Verfügbarkeit von Kolonnen, Geräten, Materialien oder Arbeitsflächen kann Termine verschieben. Ein ausgeglichener Terminplan dokumentiert diese Annahmen, hält die daraus entstehenden Terminänderungen fest und zeigt ihre Auswirkungen auf kritische und nahezu kritische Pfade. Das schützt die Projekteffizienz.

Bei komplexen Bauprojekten muss sich diese Disziplin auch auf die Analyse nahezu kritischer Pfade erstrecken, die knapp außerhalb des kritischen Pfads liegen. Genau dort lag der Deckenpfad dieses Artikels, bevor eine Störung ihn verschob. Der so fortgeschriebene Terminplan gibt den Projektbeteiligten eine belastbare Grundlage für Entscheidungen und hält den Projekterfolg an die aktuelle Baustellenrealität gebunden.

Fazit

Ein Projekt kann die Kontrolle verlieren, bevor es Zeit verliert. Die Gesamtprojektdauer kann unverändert bleiben, während Puffer aufgezehrt werden, der Ressourcendruck steigt und eine andere Abfolge näher an die Kontrolle rückt.

Das ist die weniger sichtbare Seite von CPM. Vorgänge auf dem kritischen Pfad zeigen, wo sich das Terminrisiko heute konzentriert. Nahezu kritische Pfade zeigen, wo sich das Terminrisiko von morgen bereits formt. Je kleiner diese Puffer werden, desto weniger verlässliche Aufholmöglichkeiten bleiben dem Terminplan, ohne einen anderen Teil der Arbeit zu stören.

Die Verbindung von Fortschrittsmeldungen von der Baustelle mit dem Masterterminplan in Lcmd hält diese Art von Bewegung sichtbar, während ein Projektleiter noch mehrere Handlungsoptionen hat.

So betrachtet markiert der kritische Pfad die Grenze zwischen einem Terminplan mit Wahlmöglichkeiten und einem Terminplan, der begonnen hat, die Entscheidung für das Projektteam zu treffen.

FAQs

Wer hat die Critical Path Method (CPM) entwickelt, und warum?

Die Critical Path Method (CPM) wurde Ende der 1950er-Jahre von Morgan R. Walker bei DuPont und James E. Kelley Jr. bei Remington Rand entwickelt, um komplexe industrielle Anlagenstillstände zuverlässiger zu planen. Sie identifiziert die Vorgangsfolge, die den frühestmöglichen Fertigstellungstermin steuert, und zeigt, wo eine Verzögerung den Stillstand verlängert.

Kann sich der kritische Pfad während der Bauausführung ändern?

Der kritische Pfad kann sich während der Bauausführung ändern, wenn aktualisierter Ist-Fortschritt, Restdauern, Anordnungsbeziehungen oder Arbeitskalender die Berechnung des Vorgangsnetzes verändern. Eine nahezu kritische Vorgangsfolge kann die Übergabe steuern, sobald ihr Gesamtpuffer aufgebraucht ist. Eine zweitägige Unterbrechung einer Kolonne kann so den steuernden Pfad verschieben und den prognostizierten Fertigstellungstermin verändern.

Wie unterscheidet sich CPM von einem Gantt-Diagramm?

CPM nutzt Dauern und Abhängigkeiten, um die Kennwerte zu berechnen, die die steuernde Abfolge bestimmen: frühe Termine, späte Termine und Gesamtpuffer. Ein Gantt-Diagramm stellt Vorgänge dagegen als Balken auf einer Zeitachse dar.

Gantt-Ansichten können Verknüpfungen und kritische Vorgänge zeigen. Netzplandiagramme legen Konvergenzpunkte und parallele Pfade deutlicher offen.

Wie unterscheidet sich Line of Balance von CPM?

Line of Balance plant wiederkehrende Arbeiten nach Ort, Produktionsrate und Gewerkefluss, während CPM Abhängigkeiten und Puffer im gesamten Vorgangsnetz abbildet. Line of Balance eignet sich für wiederkehrende Geschosse, Einheiten oder lineare Bauabschnitte. Projektleiter kombinieren beide Methoden häufig, um den ortsbezogenen Ablauf der Gewerke mit Meilensteinen und der Logik des Projektabschlusses zu verbinden.

Wie oft sollte ein CPM-Bauzeitenplan aktualisiert werden?

Ein CPM-Bauzeitenplan sollte an jedem vereinbarten Datenstichtag und immer dann aktualisiert werden, wenn veränderte Baustellenbedingungen die Terminprognose wesentlich beeinflussen. Das Projektteam erfasst Start- und Endtermine, aktualisiert Restdauern und prüft Anordnungsbeziehungen, Arbeitskalender und Restriktionen. Eine verlässliche Baufortschrittsverfolgung liefert für jede Neuberechnung aktuelle Belege von der Baustelle.

Kritischen Pfad mit Lcmd im Blick behalten

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