Teile diesen Beitrag:
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel:
- HOAI Leistungsphase 3 funktioniert, wenn das Projekt auf einer gemeinsamen Basis läuft: ein Planungsstand, ein Entscheidungsprotokoll, ein Satz Annahmen.
- Klare Zuständigkeiten an Schnittstellen machen Abstimmung messbar: Jeder Konflikt wird einmal gelöst, dokumentiert und geschlossen.
- Die Kostenberechnung gewinnt Entscheidungskraft durch Nachvollziehbarkeit: ein Entwurfsstand, klare Umfangsgrenzen und eine sichtbare Änderungsspur.
- Schleifen schließen beschleunigt Phase 3: Jeder offene Punkt braucht Zuständigkeit, Frist und eine dokumentierte Auswirkung.
- Eine starke Übergabe aus Leistungsphase 3 gibt Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung) Tempo, weil Intention, Randbedingungen und Entscheidungen dokumentiert weiterlaufen – ohne Nacharbeit.
Unklare Integrationsplanung ist einer der schnellsten Wege, ein Bauprojekt zu entgleisen.
Innerhalb der neun Leistungsphasen nach HOAI ist die HOAI Leistungsphase 3 der erste Punkt, an dem sich der Entwurf wie ein System verhalten muss. Architektur, Leistungen der fachlich Beteiligten (Fachplaner), Randbedingungen und Schnittstellen müssen zu einer tragfähigen Planungsbasis zusammenpassen.
In der HOAI Leistungsphase 3 wird Integration konkret.
Entscheidungen werden dokumentiert.
Offene Punkte haben klare Verantwortliche und Fristen.
Die Übergabe an die Genehmigungsplanung wird planbar.
Phase 3 schließt die Schleifen, die sonst später wieder auftauchen.
Lassen Sie uns definieren, was dazu gehört und wie Sie diese Phase gut aufsetzen.
Einordnung von Leistungsphase 3 in die HOAI
Die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ist Deutschlands Honorarordnung. Sie definiert Umfang und Struktur der Leistungen von Architekten und Ingenieuren im Bauwesen.
Überblick über die 9 Leistungsphasen nach HOAI
Die HOAI gliedert die Leistungen von Architekten und Ingenieuren in neun Leistungsphasen. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und bereitet den nächsten Schritt im Planungsprozess für Bauprojekte vor:
- Grundlagenermittlung
- Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)
- Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung)
- Genehmigungsplanung
- Ausführungsplanung
- Vorbereitung der Vergabe
- Mitwirkung bei der Vergabe
- Objektüberwachung (Bauüberwachung)
- Objektbetreuung und Dokumentation

Die HOAI Leistungsphase 3 liegt zwischen Vorplanung und Genehmigungsplanung. Sie nutzt die Ergebnisse aus Leistungsphase 2 und führt sie in einer koordinierten Planungsbasis für den nächsten Schritt zusammen.
Kurz gesagt: Phase 3 ist die Brücke von „Richtung“ zu einer genehmigungsreifen Planung.
Was ist die HOAI Leistungsphase 3
Die HOAI Leistungsphase 3 (LP 3) ist die Entwurfsplanung, auch System- und Integrationsplanung genannt. Laut HOAI führt diese Phase den Entwurf für Bauprojekte in einen abgestimmten, entscheidungsreifen Stand.
Phase 3 bringt Architektur und die Leistungen der Fachplaner zusammen. Das Team klärt zentrale Schnittstellen und führt ein klares Entscheidungsprotokoll. Diese Arbeit bereitet das Projekt auf die Genehmigungsplanung (HOAI Leistungsphase 4) vor.
Die wichtigsten Ergebnisse der HOAI Leistungsphase 3 sind ein koordiniertes Entwurfspaket und eine Kostenberechnung auf Basis des aktuellen Entwurfs.
Diese Ergebnisse helfen dem Bauherrn, Umfang, Materialien und Prioritäten vor der Genehmigungsplanung und den nächsten Leistungsphasen zu prüfen. Sie machen außerdem klar, was feststeht, was offen bleibt und was als Nächstes geklärt werden muss.
Wie sieht Phase 3 in der täglichen Planungsarbeit aus?
Entwurfsplanung in HOAI Leistungsphase 3: So funktioniert es in der Praxis
Die HOAI Leistungsphase 3 Entwurfsplanung führt parallele Entwürfe zu einer abgestimmten Richtung zusammen.
Entscheidungen werden in einer gemeinsamen Planungsbasis festgehalten. Offene Punkte, Schnittstellen und Annahmen werden sichtbar und dokumentiert. So bleibt der Planungsprozess steuerbar.
Ziel von Phase 3: Ein entscheidungsreifer Entwurf
Phase 3 stimmt den Entwurf auf Bauherrenwünsche, technische Anforderungen und die Budgetrealität ab. Das unterstützt auch das Projektmanagement, weil Entwurfsentscheidungen nachvollziehbar und vergleichbar werden.
Was genau soll die HOAI Leistungsphase 3 liefern
- Eine konsolidierte Entwurfsrichtung auf Basis des initialen Konzepts / des konzeptionellen Entwurfs
- Zentrale Systementscheidungen (Tragwerk, TGA-Grundsätze, wichtigste Schnittstellen)
- Geklärte Schnittstellen und konsistente Planstände zwischen den Fachdisziplinen
- Ein klares Protokoll zu Entscheidungen, Annahmen und offenen Punkten
- Ein Entwurfspaket plus eine Kostenberechnung nach DIN 276
Warum Phase 3 für Bauprojekte wichtig ist
Die meisten Teams sehen diese drei Ergebnisse, wenn Leistungsphase 3 sauber läuft:
- Das Projekt reduziert Konflikte zwischen der Planung fachlich Beteiligter und den Zeichnungen verschiedener Fachdisziplinen, weil Schnittstellen früh abgestimmt werden.
- Das Projekt reduziert späte Nacharbeit in der nächsten Phase und in späteren Leistungsphasen.
- Das Projekt verbessert die Kostenkontrolle, weil die Kostenberechnung auf abgestimmten Grundlagen basiert.
Diese Ergebnisse lassen sich deutlich leichter erreichen, wenn Leistungsphase 3 mit klaren Voraussetzungen startet:
Was vor HOAI Leistungsphase 3 stehen muss
Die HOAI Leistungsphase 3 läuft deutlich schneller, wenn die Vorplanung (Leistungsphase 2) bereits klare Entscheidungen geliefert hat. Phase 3 braucht stabile Voraussetzungen, damit das Team den Entwurf weiterentwickeln kann, statt Grundlagen neu aufzurollen.
4 Grundlagen aus der Vorplanung, damit die Entwurfsplanung läuft
Bevor die HOAI Leistungsphase 3 startet, sollte das Team diese Ergebnisse aus Leistungsphase 2 haben:
- Projektziele und Umfang gemeinsam mit dem Bauherrn abgestimmt
- Funktionale Anforderungen und zentrale Randbedingungen (Standort, Vorgaben, Budgetrahmen)
- Eine bevorzugte konzeptionelle Richtung aus dem konzeptionellen Entwurf
- Frühe Einbindung der wichtigsten Fachplaner (inkl. erster Schnittstellenklärung)
Machbarkeit und Kostenschätzung vor Leistungsphase 3
Sobald diese Ergebnisse klar sind, braucht Leistungsphase 3 früh zwei Plausibilitätsprüfungen: Machbarkeit und Kosten.
- Machbarkeitsstudien prüfen das Konzept gegen Randbedingungen, bevor der Entwurf weiter verfeinert wird.
- Eine frühe Kostenschätzung setzt gleichzeitig den Kostenrahmen, damit das Team Umfang und Prioritäten anpassen kann, bevor Details fixiert sind.
Wenn Sie Umfangs- und Ablaufvarianten früh testen können (zum Beispiel mit lcmd), erkennt das Team Budgetdruck, bevor Details fixiert sind.
Mit frühen Checks zu Machbarkeit und Kosten bleibt die Entwurfsplanung in Phase 3 fokussiert, und die spätere Kostenberechnung steht auf einer klareren Basis.
Häufige Lücken in der Vorplanung und ihre Auswirkungen
Wenn eine dieser Voraussetzungen schwach ist oder fehlt, bremst Phase 3 schnell aus. Typische Lücken sind:
- Unklare Entscheidungen des Bauherrn
- Später Input der Fachplaner
- Unvollständige Anforderungen
- Lücken im Umfang der Kostenschätzung
Diese Lücken erhöhen Überarbeitungen und erzeugen Reibung in späteren Leistungsphasen. Vermeiden lässt sich das auf zwei Arten: klare Voraussetzungen und ein strukturierter Satz an Grundleistungen.
Grundleistungen in HOAI Leistungsphase 3
Dieser Abschnitt fasst die wichtigsten Leistungen in HOAI Leistungsphase 3 zusammen. Er hilft Ihnen zu verstehen, wie die Entwurfsplanung typischerweise aufgebaut ist und was Teams meist abdecken, bevor sie in die Genehmigungsplanung wechseln.
Was „System- und Integrationsplanung“ in Phase 3 bedeutet
In Phase 3 beschreibt „System- und Integrationsplanung“ zwei zusammenhängende Arbeitsstränge, die parallel laufen.
Systemplanung legt die zentralen technischen Entscheidungen fest, die die Gebäudelösung prägen. Typischerweise umfasst das:
- Grundrichtung des Tragwerks
- TGA-Grundsätze
- Zentrale Schnittstellen und Abhängigkeiten
Integrationsplanung verbindet die fachlich Beteiligten, damit der Entwurf über alle Disziplinen hinweg konsistent bleibt. In der Praxis umfasst diese Arbeit oft:
- Abstimmung zwischen Architekten und Ingenieuren
- Abgleich von Leistungen und Fachplaner-Input
- Schnittstellenmanagement zwischen den Disziplinen
Mit dieser Basis folgt die Arbeit in Phase 3 meist einer klaren Abfolge:
1. Entwurf entwickeln und zusammenführen
Das Team entwickelt den konzeptionellen Entwurf zu einer konsolidierten Entwurfsrichtung weiter. Zentrale Fragestellungen, die Umfang, Funktion und Kosten beeinflussen, werden in dieser Phase geklärt.
Die Arbeit bleibt auf dem Niveau der Entwurfsplanung und vermeidet den Eindruck, es handele sich bereits um eine finale Detailplanung oder um ausführungsreife Pläne.
2. Planungsteam koordinieren und integrieren
Leistungsphase 3 erfordert aktive Abstimmung zwischen den Fachdisziplinen. Schnittstellen und Verantwortlichkeiten zwischen Architekten, Ingenieuren und Fachplanern werden geklärt.
Die Ergebnisse bleiben über alle Disziplinen hinweg konsistent.
3. Varianten gegen Anforderungen prüfen und Entscheidungen dokumentieren
Varianten und Abwägungen werden mit dem Bauherrn und dem Projektteam abgestimmt. Optionen werden gegen Anforderungen sowie zentrale Randbedingungen und Vorgaben geprüft. Dann werden Entscheidungen, Annahmen und offene Punkte in einem klaren Entscheidungsprotokoll festgehalten – als Grundlage für das weitere Projekt. So bleibt nachvollziehbar, was vereinbart wurde, und spätere Diskussionen werden seltener.
Ein schlankes Entscheidungsprotokoll in lcmd unterstützt das Dokumentieren der Ergebnisse, ohne zusätzliche Bürokratie zu schaffen.
4. Genehmigungsreife vorbereiten (ohne Leistungsphase 4 vorwegzunehmen)
Phase 3 macht genehmigungskritische Randbedingungen früh sichtbar, bevor Unterlagen erstellt werden. Behördliche Vorgaben werden geprüft, Risiken markiert und fehlende Informationen der zuständigen Behörden geklärt.
Diese Vorbereitung reduziert Verzögerungen, wenn die Genehmigungsplanung in Leistungsphase 4 startet und Genehmigungsunterlagen erstellt werden.
5. Annahmen, Randbedingungen und Ergebnisse dokumentieren
Leistungsphase 3 sollte mit einer Planungsbasis enden, die andere nutzen können, ohne die Intention neu zu interpretieren. Annahmen, Randbedingungen, Entscheidungen und offene Punkte werden in den erforderlichen Unterlagen dokumentiert.
Das Dokumentieren der Ergebnisse hält die Übergabe sauber und reduziert Überarbeitungen in späteren Leistungsphasen.

Jetzt, da die Kernarbeit klar ist, kommt die Frage nach dem Umfang: Was ist standardmäßig enthalten, und was braucht eine separate Vereinbarung?
„Grundleistungen“ vs. „Besondere Leistungen“ in Leistungsphase 3 nach HOAI
Die Arbeit in Phase 3 ist nur die halbe Geschichte. Der Umfang ist die andere Hälfte.
Die HOAI trennt die Leistungen jeder Phase in Grundleistungen und Besondere Leistungen. Diese Unterscheidung schützt das Projekt vor verstecktem Aufwand und unklaren Erwartungen.
Grundleistungen bilden den Standardumfang der Leistungsphase 3. In der Leistungsphase 3 Entwurfsplanung umfasst das typischerweise die koordinierte Planung und ihre Kernergebnisse, zum Beispiel die Integrationsplanung mit anderen Planern und fachlich Beteiligten, eine Objektbeschreibung und eine Kostenberechnung auf Basis des aktuellen Entwurfs.
Besondere Leistungen gehen über den Standardumfang hinaus. Sie werden separat vereinbart, weil sie vom Projekt abhängen. In Phase 3 kann das zusätzliche Visualisierungen, physische oder digitale Modelle oder vertiefte Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen umfassen.
Der Umfang kann je nach Vertrag und Objektart variieren (das relevante HOAI-Leistungsbild). In der Praxis legt der im Vertrag vereinbarte Umfang fest, was Phase 3 abdeckt.
Nach dem Umfang ist das größte Risiko oft Schnittstellenverwirrung. Schauen wir uns an, wer beteiligt ist und wo Übergaben typischerweise scheitern.
Wer ist in Leistungsphase 3 beteiligt (Rollen und Schnittstellen)
Leistungsphase 3 läuft am besten, wenn die richtigen Fachplaner früh eingebunden sind und die Rollen klar definiert sind. Die Entwurfsplanung braucht eine enge Abstimmung zwischen Architekten und Ingenieuren, weil hier zentrale Systementscheidungen und Schnittstellen festgelegt werden.
Typische Rollen in HOAI Leistungsphase 3
Typische Rollen in Phase 3 sind:
- Bauherr: bestätigt Ziele, Prioritäten und zentrale Entscheidungen. Liefert zeitnahen Input und gibt Freigaben.
- Architekten: führen die Entwurfsplanung, koordinieren die Planungsbasis und steuern Schnittstellen über alle Disziplinen hinweg.
- Ingenieure und Fachplaner: erarbeiten fachliche Leistungen (zum Beispiel Tragwerk und TGA-Grundsätze) und klären technische Randbedingungen sowie Abhängigkeiten.
- Projektmanagerment (falls beteiligt): steueren den Planungsrhythmus, verfolgen offene Punkte und halten Entscheidungen, Zuständigkeiten und Fristen sichtbar.
Häufige Bruchstellen in der Abstimmung in Phase 3
Die Abstimmung scheitert am häufigsten an drei Stellen:
- Schnittstellen: Zuständigkeiten zwischen den Disziplinen bleiben unklar, sodass Zeichnungen und Annahmen auseinanderlaufen.
- Entscheidungen: Entscheidungen werden in Meetings getroffen, aber es wird kein Entscheidungsprotokoll geführt. Dadurch tauchen dieselben Fragen später wieder auf.
- Dokumentation: Informationen, Randbedingungen und offene Punkte werden nicht in einem gemeinsamen Format festgehalten. Das bremst die Genehmigungsplanung und führt zu vermeidbaren Überarbeitungen.
Klare Rollen und Schnittstellen reduzieren Nacharbeit, weil weniger Fragen später zurückkommen. In Leistungsphase 3 zeigt sich echter Fortschritt daran, dass weniger Schleifen offen bleiben. Die folgenden Meilensteine sind ein einfacher Check, ob das passiert.
4 Abstimmungs-Checkpoints in LP 3 (Abstimmung → Kostencheck → Entscheidung → Übergabe)
Woran erkennen Sie, ob Phase 3 sauber vorankommt?
Diese Meilensteine beschreiben den Planungsprozess in Phase 3, ohne feste Zeitvorgaben zu suggerieren. Sie machen den Fortschritt im Bauprojekt sichtbar und unterstützen die Projektarbeit.
- Abstimmungsbasis steht
Eine gemeinsame Entwurfsrichtung ist definiert. Schnittstellen haben klare Zuständigkeiten. Offene Abstimmungspunkte werden an einem Ort nachverfolgt. - Kostencheck abgeschlossen
Eine erste Kostenuntersuchung prüft den aktuellen Entwurf gegen den Budgetrahmen. Die größten Kostentreiber werden früh sichtbar. - Zentrale Entscheidungen stehen fest
Umfangs- und kostenrelevante Entscheidungen werden vom Bauherrn bestätigt. Annahmen und Entscheidungsgrenzen werden dokumentiert. Das Entscheidungsprotokoll entspricht dem aktuellen Entwurfsstand. - Übergabereife erreicht
Entwurf, Entscheidungen und Kostenlogik sind konsistent genug, um weiterzugehen. Grundlegende Fragen bleiben nicht offen. Die Genehmigungsplanung kann starten, ohne zentrale Annahmen neu aufzurollen.
Guter Fortschritt zeigt sich an weniger ungelösten Schnittstellen, weniger wiederkehrenden Fragen und weniger „wir entscheiden das später“-Punkten.

Diese Checkpoints zeigen, ob Phase 3 stabiler wird. Als Nächstes schauen wir, was am Ende der Phase vorliegen muss.
Was Phase 3 an die Genehmigungsplanung übergibt
Im Unterschied zu Abstimmungs-Checkpoints definieren die Leistungen aus Phase 3 den tatsächlichen Übergabestand am Ende der Phase. Sie dienen dazu, zusammenzufassen, zu erläutern und zu dokumentieren, was vorliegen muss, damit die Genehmigungsplanung starten kann, ohne zentrale Annahmen, Entscheidungen oder die Kostenlogik neu aufzurollen.
In der Praxis übergibt Phase 3 zwei nicht verhandelbare Ergebnisse:
- Einen abgestimmten Entwurfsstand
- Eine dokumentierte Planungsbasis, die diesen Entwurf erklärt und stützt
Der abgestimmte Entwurfsstand
Am Ende von Phase 3 muss der Entwurf als ein konsistenter Stand über alle Disziplinen hinweg vorliegen. Es geht nicht um mehr Detaillierung, sondern um saubere Abstimmung.
Der abgestimmte Entwurfsstand umfasst in der Regel:
- Entwurfspläne auf Phase-3-Niveau (Grundrisse, Schnitte, relevante Details)
- Abgestimmte Beiträge von Architekten und Ingenieuren, sodass Schnittstellen zusammenpassen
- Aktualisierte Entwurfsbeschreibungen, die Entwurfsabsicht und zentrale Systementscheidungen erläutern
Auf diesem Entwurfsstand baut die Genehmigungsplanung auf. Wenn er unklar oder inkonsistent ist, werden in Phase 4 zwangsläufig Fragen aus Phase 3 wieder aufgerollt.
Die dokumentierte Planungsgrundlage
Genauso wichtig ist die Dokumentation, die erklärt, warum der Entwurf so aussieht, wie er aussieht. Das verhindert spätere Neuinterpretationen.
Zu den erforderlichen Unterlagen gehören:
- Entscheidungsprotokoll und Liste offener Punkte
- Annahmen und Randbedingungen (technisch, funktional, genehmigungsrelevant)
- Grundlage der Kostenberechnung, verknüpft mit dem abgestimmten Entwurfsstand
- Versionsverweise, damit spätere Änderungen nachvollziehbar bleiben
Zusammen definieren diese Unterlagen den Referenzrahmen, auf den spätere Leistungsphasen ohne Neuinterpretation zurückgreifen.
Was ist in der Entwurfsplanung festgelegt – und was bleibt offen
Phase 3 friert nicht jedes Detail ein – aber die Richtung.
Am Ende von Phase 3 sind festgelegt:
- Die gewählte Entwurfsrichtung
- Die zentralen Systementscheidungen
- Umfangsentscheidungen, die der Bauherr bestätigt hat
Nicht alles muss zu diesem Zeitpunkt abschließend geklärt sein. Aber alles, was offen bleibt, muss sichtbar sein.
Offene Punkte sind nur dann akzeptabel, wenn sie ausdrücklich dokumentiert sind – mit:
- Einer klaren Zuständigkeit
- Einem definierten Folgetermin
- Einer benannten Auswirkung (Kosten, Umfang oder Genehmigungsrisiko)
Ohne diese Dokumentation startet die Genehmigungsplanung damit, Absichten neu zu interpretieren, statt Genehmigungsunterlagen zu erstellen.
So erkennen Sie den Abschluss der Entwurfsplanung
Wenn die Voraussetzungen klar sind und Entscheidungen konsequent nachverfolgt werden, läuft Phase 3 meist zügig – weil Abstimmung die Iteration ersetzt.
Phase 3 ist abgeschlossen, wenn ein abgestimmter Entwurfsstand, ein Kostenstand und ein Entscheidungsprotokoll vorliegen – und keine weitere Abstimmung nötig ist, um mit der Genehmigungsplanung zu starten.
Wenn der Entwurf feststeht, muss auch die Kostenlogik feststehen. Sonst gerät das Projekt aus dem Kurs, noch bevor die Genehmigungsplanung überhaupt startet.
Kostenberechnung in Leistungsphase 3 (und ihre Rolle für Baukosten)
In der HOAI Leistungsphase 3 ist die Kostenberechnung die erste Kostenkennzahl, die auf einer abgestimmten Planungsbasis aufbaut. Sie verbindet die Entwurfsplanung mit realen Baukosten und gibt dem Bauherrn einen belastbaren Entscheidungspunkt, bevor die Unterlagen für die Genehmigungsplanung erstellt werden.
In der Praxis wird diese Kostenberechnung in Deutschland häufig als Kostenberechnung nach DIN 276 strukturiert.
Was „Kostenberechnung“ hier bedeutet (Vergleich mit der Kostenschätzung)
Eine Kostenschätzung ist ein früher Kostenrahmen. Sie basiert oft auf der konzeptionellen Richtung und groben Mengen aus der Vorplanung.
Eine Kostenberechnung in Phase 3 ist konkreter. Sie wird aus dem koordinierten Entwurfspaket abgeleitet und ist mit definiertem Umfang und klaren Annahmen verknüpft. Deshalb wird sie in dieser Phase entscheidungsreif: Kosten sind nicht mehr nur „wahrscheinlich“. Sie hängen an konkreten Entscheidungen zu Tragwerk, Systemen und zentralen Schnittstellen.
Wofür die „Kostenberechnung“ genutzt wird
Eine Kostenberechnung in Phase 3 unterstützt das Projektmanagement ganz praktisch:
- Budgetabgleich: prüfen, ob der aktuelle Entwurf zu den Zielkosten passt
- Variantenvergleich: Varianten vergleichen, ohne zu raten, welche Änderung den Unterschied macht
Tools wie lcmd helfen Teams, Varianten auf derselben Basis zu vergleichen, damit „Variante A vs. B“ nicht zur Versionsdebatte wird. - Kostentreiber: die wenigen Elemente identifizieren, die die Gesamtkosten am stärksten bewegen (Systementscheidungen, Gebäudegröße, Komplexität)
- Entscheidungsunterstützung: Umfang, Materialien und Prioritäten wählen, mit sichtbarer Kostenwirkung
Für Bauprojekte ist das oft der letzte „saubere“ Moment, um die Richtung anzupassen, ohne später große Nacharbeit auszulösen.
5 häufige Fehler, die Kostenwerte unzuverlässig machen
Kostenwerte werden unzuverlässig, wenn die Planungsbasis schwach oder unklar ist. Typische Ursachen sind:
- Fehlender Umfang: Entwurfselemente sind nicht definiert, werden aber trotzdem als enthalten angenommen
- Später Input der Fachplaner: Leistungen der fachlich Beteiligten kommen erst, nachdem die Kostenberechnung bereits erstellt ist
- Unklare Annahmen: Mengen, Standards oder Leistungsniveaus sind nicht festgehalten
- Gemischte Versionen: Zeichnungen und Kostentabellen beziehen sich auf unterschiedliche Planungsstände
- Verdeckte Änderungen: kleine Entwurfsänderungen passieren, aber das Kostenmodell wird nicht aktualisiert
Diese Punkte zeigen sich später oft als „Überraschungen“ im Bauprozess oder auf der Baustelle, obwohl die Ursache eine Kostenlogik war, die nie explizit gemacht wurde.
5 praktische Tipps für eine verlässliche Kostenberechnung
Eine verlässliche Kostenberechnung in Phase 3 braucht keine perfekte Detailtiefe. Sie braucht eine klare Struktur.
- Annahmen aufschreiben: Listen Sie auf, was enthalten ist, was ausgeschlossen ist und was noch offen ist
- Alles versionieren: Verknüpfen Sie die Kostenberechnung mit einer benannten Entwurfsversion und einem Datum
- Änderungen nachverfolgen: Nutzen Sie eine einfache Änderungslogik (was hat sich geändert, warum und welche Kostenwirkung hat es)
- Kostentreiber sichtbar halten: Heben Sie die größten Kostentreiber hervor, damit Entscheidungen fokussiert bleiben
- Nach Schlüsselentscheidungen aktualisieren: Überarbeiten Sie Kosten, wenn sich Umfang oder Systementscheidungen ändern, nicht erst Wochen später
Dieser strukturierte Ansatz verbessert die Projekteffizienz, weil er Diskussionen, Nacharbeit und „wir dachten, das ist enthalten“-Momente reduziert.
{{cta}}
LP 3 unter Kontrolle halten: typische Probleme und Gegenmaßnahmen
Selbst wenn die Planung schon „weit“ wirkt, kann diese Phase in eine Richtung driften, die später den Bauprozess ausbremst. In den meisten Bauprojekten sind die Probleme vorhersehbar – und mit ein paar soliden Gewohnheiten in der Projektsteuerung vermeidbar.
1) Der Entwurf wirkt weit, aber die Disziplinen passen nicht zusammen
Woran Sie es erkennen: Die Zeichnungen wirken sauber, aber Tragwerk und TGA-Annahmen sind an wichtigen Schnittstellen nicht abgestimmt. Das erste Warnsignal sind meist widersprüchliche technische Planstände (Schächte, Decken- und Installationszonen, Technikflächen, Trassenführung).
So vermeiden Sie es:
- Arbeiten Sie mit einem eindeutig benannten Entwurfsstand (Datum + Revision).
- Machen Sie kurze Schnittstellenprüfungen an den größten Knotenpunkten (Schächte, Steigzonen, Technikräume).
- Führen Sie offene Schnittstellenfragen in einer Liste – mit Zuständigkeit und nächstem Schritt.
2) Entscheidungen werden getroffen, aber die Begründung geht verloren
Woran Sie es erkennen: Entscheidungen werden mündlich abgestimmt und später wieder aufgerollt, weil Begründung, Randbedingungen oder Auswirkungen nie festgehalten wurden.
So vermeiden Sie es:
- Führen Sie ein schlankes Entscheidungsprotokoll (Thema → Entscheidung → Begründung → Auswirkung → Datum → Zuständigkeit).
- Halten Sie fest, was eine erneute Diskussion auslösen würde.
- Verknüpfen Sie zentrale Entscheidungen mit dem Entwurfsstand, zu dem sie gehören.
3) Das Kostenbild löst sich vom Entwurf
Woran Sie es erkennen: Zahlen ändern sich, aber niemand kann die konkreten Entwurfsänderungen benennen, die dafür verantwortlich sind.
So vermeiden Sie es:
- Halten Sie Ein- und Ausschlüsse fest (Standards, Leistungsniveaus, Annahmen zum Leistungsumfang in den relevanten Leistungsbildern).
- Halten Sie die wichtigsten Kostentreiber sichtbar – statt sie im Detail zu vergraben.
- Aktualisieren Sie den Kostenstand sofort, sobald sich Leistungsumfang oder zentrale Systementscheidungen ändern.
4) Randbedingungen tauchen spät auf und erzwingen große Überarbeitungen
Woran Sie es erkennen: Späte Rückmeldungen zuständiger Behörden oder übersehene genehmigungsrelevante Anforderungen zwingen dazu, zentrale Teile des Entwurfs neu zu planen.
So vermeiden Sie es:
- Listen Sie „Must-check“-Randbedingungen früh auf und prüfen Sie sie regelmäßig.
- Prüfen Sie die Entwurfsrichtung zuerst gegen die strengsten Vorgaben.
- Führen Sie eine kurze Risikoliste mit Status und Maßnahmen.
Wenn Sie diese Herausforderungen früh klären, bleiben sie klein. Wenn nicht, zeigen sie sich später oft als Verzögerungen in der Umsetzung – bis hin zur Bauüberwachung.
Checkliste zur Entwurfsplanung
Nutzen Sie diese Checkliste zur Entwurfsplanung als schnellen Abschluss-Check für LP 3. Sie hilft Ihnen zu prüfen, ob die Entwurfsplanung abgestimmt, dokumentiert und bereit für den nächsten Schritt ist – mit möglichst wenig Nacharbeit.
Ziel ist eine klare Planungsgrundlage, die notwendigen Unterlagen und eine saubere Abstimmung mit den fachlich Beteiligten.
{{asset}}
Fazit
In Leistungsphase 3 wird Unsicherheit auf ein Maß reduziert, mit dem das Team arbeiten kann. Ein starkes Ergebnis ist eine Entwurfsrichtung, die auch kritischen Fragen standhält: abgestimmte Schnittstellen, nachvollziehbare Entscheidungen, klar benannte Annahmen.
Diese Stabilität trägt das Projekt weiter. Wenn LP 3 eine gemeinsame Grundlage schafft, der das gesamte Team vertraut, hängt der nächste Schritt nicht mehr davon ab, „wer sich woran erinnert“, sondern läuft auf dokumentierter Realität.







.jpg)
